Horn - "Homoment I", Plastik im Naturpark
(1991 bis 1993)


Josef Schagerl (*1923)

Josef Schagerl:
"In meiner frühen Kindheit, im Atelier meines Vaters, umgeben von Heiligenfiguren, Gipsmodellen und wenigen Kunstbüchern, sah ich die Idealform der Plastik in den monumentalen Memnonkolossen. Ihr Bestehen, trotz Sandstürmen und Nilfluten über Jahrtausende hinweg, schien mir gleichnishaft für menschliche Existenz. Schwere Kriegs- und Nachkriegserlebnisse, oftmals in verzweifelt aussichtslosen Situationen, an der Grenze zur Selbstaufgabe, wie in Trance, dennoch zu überleben, bewogen mich zu dem Versuch diese mir unfassbaren Kräfte über ein Bildwerk auszudrücken. Die Plastik 'Homoment' war als Monument auf diese Kräfte, auf menschliche Resistenzfähigkeit gedacht, das Resultat einer sich über vier Jahre 1956-59 erstreckenden Entwicklungsarbeit: von einer strengen, fast naturalistischen Figur, über kubisch, mechanistisch, anatomische, noch Figur bezogene Gipsaufbauten, hin zu einer für mich damals noch nicht in dieser Konsequenz bekannten Reduzierung der Figur auf kubisch architektonische Formen aus stark armiertem Bunkerbeton mit Kupferhaut über Zwischenformen."
(Quelle: Veröffentlichte Kunst - Kunst im öffentlichen Raum 2, Katalog des NÖ Landesmuseums, Neue Folge Nr. 331, 1993)