Das junge Alter (1. Mai 2004) der Erweiterung der Europäischen Union in den Osten soll nicht über die vorangegangene lange Geschichte der geografischen Nachbarschaft und politischen Trennung hinwegtäuschen, die die österreichischen Regionen an der Grenze zu den östlich gelegenen Staaten prägen.
Die Gefühle von Fremdheit, Skepsis, aber auch Neugierde oder das Bedürfnis, sich näher zu kommen, werden in dem von Kirpicsenko\Klose geplanten "Landmark" im Dreiländereck Weinviertel, Südmähren und Westslowakei monumental umgesetzt. Die "Dreieinigkeit" sowie das ständige Sich-Überlagern von Innen und Außen, Abgeschlossenheit und Öffnung sind die prägenden Elemente ihres Entwurfs. Die Installation liegt in einem leicht vertieften Erdwall und ist über drei klar definierte Wege zugänglich. In der verlängerten Luftlinie führen diese zu den Hauptstädten der benachbarten Länder. Über drei Stützen erhebt sich eine zweischalige Kreisringkonstruktion, in die Zitate von Jirí Grusa, Marlene Streeruwitz und Magdalena Vásáryová, in die drei Landessprachen der Nachbarländer übersetzt, gestanzt sind. Im Inneren findet eine Spiegelung der Zitate statt, nach außen hin werden sie in der Nacht durch Beleuchtung sichtbar gemacht. Sie fordern die gegenseitige Achtung der Menschen und richten sich gegen jegliche Art von Ideologie und Fremdenfeindlichkeit.
(Katrina Petter)
Aus: Öffentliche Kunst, Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich 8 (2006)