Eingang in das Höllental (Ansicht des Schneebergs von Hischwang aus)
(~1840)


Ferdinand Georg Waldmüller (*1793, †1865)

Landessammlungen Niederösterreich

Der Besuch der Schneeberggegend durch Franz Xaver Embel, einen Beamten der Hofkanzlei, in Begleitung des Malers Ferdinand Runk im Jahr 1800 gilt als die touristische Entdeckung des Schneebergs. Im selben Jahr brachte Embel einen Reiseführer heraus und 1801 eine Schilderung der Gegend um den Schneeberg, die zahlreiche Neugierige, darunter auch viele Künstler, anlockten. Um die abgelegenen, weit gehend unberührten Gebiete zu erreichen, nahm man auch beschwerliche, oft mehrtägige Fußmärsche oder abenteuerliche Kutschenfahrten auf sich. Zu den wichtigsten Routen gehörten der Weg über das Piestingtal und Miesenbach nach Puchberg, jener über Gutenstein und das Klostertal nach Naßwald und der direkte Weg von Wiener Neustadt nach Puchberg. Im Zusammenhang mit der Errichtung von Holzschwemmanlagen wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch das unwegsame Höllental für Reisende passierbar gemacht.
Mit der Eröffnung der Südbahnstrecke von Wien nach Gloggnitz im Jahr 1842 wurden die Gegenden rund um den Schneeberg für jedermann leicht erreichbar. Unter den vielleicht schon mit der Bahn angereisten Ausflüglern war Anfang der 1840er Jahre auch Ferdinand Georg Waldmüller. Das Zeugnis dieser Reise, eine Ansicht des Schneebergs von Hirschwang aus, befindet sich im Niederösterreichischen Landesmuseum. Das flott skizzierte Gemälde zeigt den Blick vorbei an einem Bauernhaus und einem Brunnen in ein bewaldetes Tal, das Höllental, über dem sich der teilweise beschneite Schneeberg erhebt. Verglichen mit der großen Anzahl an Landschaftsbildern, die Waldmüller in der Umgebung von Berchtesgaden und im Salzkammergut schuf, gibt es sehr wenige Gemälde aus dieser Gegend.
(Quelle: W. Krug, in: Waldmüller bis Schiele, Meisterwerke aus dem NÖ Landesmuseum, 2002, S. 76)