Weinburg - "Johannes von Nepomuk", Brückengestaltung
(1993 bis 1995)


Robert Marschall (*1954)

Johannes von Nepomuk, Generalvikar des Prager Erzbischofs, bewahrte das Beichtgeheimnis der Königin, weswegen er 1393 von König Wenzel IV. von Böhmen gefangen und in der Moldau ertränkt wurde. Sein Tod fiel in eine Zeit großer weltlicher und kirchlicher Auseinandersetzungen, um den sich in der Folge viele Legenden rankten.
Johannes von Nepomuk ist als "Brücken-Heiliger" besonders im Spätbarock sehr verehrt worden und in zahlreichen Statuen bekannt. Er ist jedoch nicht nur der Helfer in Wassernot, sondern auch der Heilige der "Zunge". Fünf Sterne umgeben sein Haupt, die den fünf Buchstaben des Wortes "TACUI" (= ich schwieg) entsprechen.
Es wurde versucht, der spätbarocken Frömmigkeit ein Werk gegenwärtiger Nepomuk-Verehrung entgegenzusetzen und ihn in eine Reihe mit anderen Märtyrern zu stellen wie Pater Kolbe, Martin Luther King, Jan Palach u.a.
(Quelle: Veröffentlichte Kunst - Kunst im öffentlichen Raum 3, Katalog des NÖ Landesmuseums, Neue Folge Nr. 381, 1995)