Eggenburg - Rauminstallation im Landeskrankenhaus
(1995 bis 1997)


Walter Obholzer (*1953)

Eine Forderung Walter Obholzers an die Malerei ist, sie als Denksystem bzw. Reflexionsebene und damit wesentlich selbstreferentiell zu belassen, er vermeidet das Spektakuläre und beschränkt sich auf wenige ornamentale Motive. Die eine Werkgruppe - "Vertikale Panoramen" - sind senkrechte schmale Bilder mit einer Gipsleiste gefasst, eine andere, zu der auch die Arbeit in Eggenburg gehört, gruppiert sich um die große Rauminstallation für den Salzburger Kunstverein, bei der die Wand direkter Bildträger ist und eine ähnliche Ornamentik von Kreisen verwendet wird.
Zu der "gefüllt 1994" bezeichneten Malerei sagte der Künstler damals:
" 'Gefüllt' bedeutet, dass farblich aufgeteilte Kreise in einen Hohlkörper geworfen werden. Diese Bildvorstellung setzt eine Aktivität voraus, das Bild geht aber dann in einen 'zeremoniell geordneten' Zusammenhang über. Was dabei geschieht, hat mit der Arbeit des Künstlers zu tun, eine leere Bildfläche zu füllen."
In Eggenburg verwendete der Künstler für die der Fensterfront gegenüberliegenden Wandabschnitte vier Reihen von beige gefassten Kreisornamenten, die in einem bestimmten Rhythmus rot bzw. blau gefüllt sind. In einer konzeptuellen Haltung - und unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation eines Ortes - betreibt er die Auflösung des Bildes,
"... man versucht, sich in ein Detail zu retten, um das Bild noch zu finden ...", so Obholzer.
(Quelle: S. Neuburger, in: Veröffentlichte Kunst - Kunst im öffentlichen Raum 4, Katalog des NÖ Landesmuseums, Neue Folge Nr. 418, 1998)