Amaliendorf


Gemeinde Amaliendorf-Aalfang

Ortsgeschichte

Die zwischen Schrems und Heidenreichstein im nördlichen Waldviertel gelegene Streusiedlung wurde 1799 durch Vinzenz Graf von Strassoldo, dem Besitzer der Herrschaft Schwarzenau, planmäßig angelegt. Er parzellierte den Wald und verkaufte den Grund mit der Bedingung, den Wald zu roden und binnen drei Jahren Häuser zu bauen. Strassoldo nannte die Ansiedlung nach Erzherzogin Amalie von Österreich, deren ehemaliger Obersthofmeister er war. Geplant war vermutlich ursprünglich die Errichtung einer Fabriksanlage, in der die Siedler Arbeit finden sollten. Das Projekt wurde nicht verwirklicht. Da der landwirtschaftliche Ertrag der Böden für den Lebensunterhalt der Kleinhäuslerfamilien  nicht ausreichte, waren sie gezwungen, sich anderswo um Arbeit umzusehen. Gab es zu wenig Verdienstmöglichkeiten bei der Forstarbeit und in den Steinbrüchen, so gingen manche bereits damals nach Wien, um dort Arbeit zu finden. Eine weitere Verdienstmöglichkeit bot sich in der florierenden Texilindustrie. Um 1862 arbeiteten an die 90 Weber in Heimarbeit für die Weber-Faktorei Bock in Hoheneich. 

1822 war Amaliendorf das größte Dorf im Waldviertel und erhielt 1850 den Status einer Gemeinde, der 1.220 Einwohner angehörten. 1866 waren im Ort Preußen einquartiert. Auf die Heimweberei folgt nach dem Ersten Weltkrieg die Maschinenstickerei. Amaliendorf hatte selbst einige Betriebe, sonst arbeitete man in Schrems oder Heidenreichstein. Junge Mädchen gingen oftmals als Haushaltsgehilfin in die Städte tätig, vor allem in Wien.

In der Zwischenkriegszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg litten die Bewohner sehr unter den schlechten wirtschaftlichen Bedingungen und den Flüchtlingsströmen aus Wien und den deutschsprachigen Grenzbezirken der Tschechoslowakei. Erst nach 1955 besserte sich die wirtschaftliche Lage.