Röhrenbach


Gemeinde Röhrenbach

Ortsgeschichte

Die Anfänge des Zeilendorfs Röhrenbach reichen in das Hochmittelalter zurück. Die Gründung der Kirche St. Michael lässt sich für das letzte Drittel des 11. Jahrhunderts erschließen. Die Pfarre entstand in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und war eine der ältesten Pfarren im Herrschaftsbereich der Grafen von Poigen-Rebgau, zu dem Röhrenbach gehörte. Im 12. Jahrhundert saßen auch Gefolgsleute der Poigener Grafen in Röhrenbach, von denen 1170 erstmals ein Meinhard von Röhrenbach erwähnt wird. Der bis in das 14. Jahrhundert urkundlich bezeugte Adelssitz ist abgekommen und heute nicht lokalisierbar. Die Pfarre wurde 1251/1252 dem Stift Altenburg übertragen, dem sie seit 1381 inkorporiert ist. 1427 wurde der Ort in den Hussitenkriegen verwüstet.

1534 erwarb Hans Lorenz von Kuefstein das östlich von Röhrenbach gelegene Schloss Greillenstein. Die Kuefstein, seit 1634 Grafen, gehörten im 16. Jahrhundert zu den führenden evangelischen Adelsfamilien Niederösterreichs, und Schloss Greillenstein wurde zu ihrem Herrschaftsmittelpunkt. Hans Lorenz und vor allem sein Sohn Hans Georg IIII. ließen von 1560 bis1604 die mittelalterliche Anlage zu einem prächtigen Renaissanceschloss umbauen und äußerst wertvoll ausstatten. Um 1600 wurde auch die Schlosskapelle neu gestaltet, von deren Originaleinrichtung sich der Renaissancealtar - einer der wenigen in Österreich - und die aus Holz gearbeitete Kanzel erhalten haben. Auch nach der Barockisierung im 18. Jahrhundert behielt die Anlage ihr Gepräge des 16. Jahrhunderts mit dem mächtigen Geviert und den Wehrgängen, Mauern und Vorwerken. Berühmt wurden die barocken Sandsteinzwerge im Garten.

In Röhrenbach errichteten die Kuefstein im 17. Jahrhundert ein Spital für herrschaftliche Untertanen und ließen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der ehemaligen Spitalskirche die Kuefstein'sche Familiengruftkapelle erbauen, deren Freskenausstattung Paul Troger schuf (1737). Die Grufkapelle beherbergt Epitaphien und Grabmäler der Familie Kuefstein aus den Jahren 1683 bis 1925. Um 1680 wurde der barocke Umbau der Pfarrkirche St. Michael (Maria Eich) begonnen und erst nach über 40 Jahren 1722 unter Abt Placidus Much von Altenburg vollendet. Der abseits gelegene Kirchenbezirk - mit Kirche, Pfarrhaus und Schule - entwickelte sich zum Wallfahrtsort und erhielt den Namen Eich-Maria.

1848 verlor Schloss Greillenstein seine Funktion als Verwaltungssitz. Die ehemalige Herrschaftskanzlei mit der Registratur sowie der Gerichtssaal, in dem das Archiv untergebracht ist, blieben erhalten und geben wertvolle Einblicke in das Funktionieren von "Herrschaft" bis 1848. Greillenstein ist bis heute im Besitz der Familie Kuefstein und seit 1959 als Museum öffentlich zugänglich (www.greillenstein.at). Von 1967 bis 1988 beherbergte das Schloss auch die heute in Pöggstall untergebrachte Strafrechtssammlung des Landesmuseums.