Schloßhof


Gemeinde Engelhartstetten

Ortsgeschichte

Schloss Hof war das Lieblingsschloss von Prinz Eugen, der 1725 Burg und Markt Hof erwarb. Anstelle der alten Feste ließ er von Lukas von Hildebrandt ein Schloss errichten, das wegen seiner Pracht auch das "Belvedere des Marchfeldes" oder "Klein-Versailles" genannt wurde.

Im Mittelalter bestand zu "Hof an der March" eine alte Marchfurt, die durch eine Wehranlage geschützt wurde, aus der im 12./13. Jahrhundert die Veste Hof hervorging. Sie war im Besitz der Eckartsauer, die bis 1507 das Privileg auf den Schutz der Furt besaßen, danach hatten es die Pollheimer inne. Wegen der dauernden Überschwemmungen der March verlegte 1620 der damalige Besitzer Friedrich von Pranckh die Burg auf den "Hofberg", die beherrschende Höhe in diesem Raum.

Lukas von Hildebrandt machte aus dem Kastell einen Land- und Jagdsitz, indem er den vierkantigen Bau um zwei von Eckpavillons begrenzte Flügel erweiterte und so einen Ehrenhof schuf, dem zwei lang gestreckte Stallgebäude vorgelagert wurden. Das zum Fluss abfallende Terrain wurde nach dem Entwurf des bereits im Belverdere und in Obersiebenbrunn tätigen Garteningenieurs Dominique Girard in einen Terassengarten umgewandelt, ausfwändig gestaltet mit Wasserspielen, Freitreppen, Grotten, Laubengängen, Buschlabyrinthen und Steinplastiken. Hildebrandt schuf ein barockes Gesamtkunstwerk, das allerdings infolge der späteren Umbauten in seiner ursprünglichen Form nur mehr auf den von Bernardo Bellotto alias Canaletto gemalten Veduten im Kunsthistorischen Museum zu sehen ist.

Unter Maria Theresia, die das Schloss von Prinz Eugens Erben erwarb, wurde es vergrößert und ausgestaltet. Es erhielt eine Schlosskapelle und ein weiteres Stockwerk, Haupt- und Seitenfronten wurden neu gegliedert. Schloss Hof war in der theresianischen Zeit einer der Lieblingspaläste der Hofes, wo Jagden und rauschende Feste unter Mitwirkung namhafter Musiker, darunter Christoph Willibald Gluck, gefeiert wurden. 1766 heiratete hier Erzherzogin Maria Christina, die Lieblingstochter von Maria Theresia, den Prinzen Albert von Sachsen-Teschen, woran eine von Balthasar Moll geschaffene Marmortafel in der Kapelle erinnert. Es war die letzte große Festlichkeit in Schloss Hof, dessen große Zeit mit dem Tod Maria Theresias 1780 endgültig vorüber war. Besuche der Kaiserfamilie wurden selten, diese nutzte das günstiger gelegene Laxenburg als Lustschloss und Sommeraufenthalt.

Im 19. und 20. Jahrhundert verfiel das Schloss. Nach der Nutzung als Pferdezuchtanstalt, Reitlehrinstitut, schließlich als Quartier des Heeres bzw. 1945 der Roten Armee, befand es sich nach dem Zweiten Weltkrieg in fast ruinösem Zustand. Nach mühevollen, um größtmögliche Authentizität bemühten Restaurierungen präsentiert sich Schloss Hof heute in neuem Glanz - wie zur Zeit von Prinz Eugen.