Thallern


Gemeinde Krems an der Donau

Ortsgeschichte

Südlich der Donau, eingebettet in Wein- und Obstbauflächen, liegt der kleine Ort Thallern, eine Katastralgemeinde der Stadt Krems (seit 1973).

Bereits 1072/91 wird Thallern urkundlich erwähnt. In der Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Göttweig (datiert mit 1083, aber erst ca. 1164 entstanden) ist zudem nachzulesen, dass "Talarin" zu jenen Gütern zählte, die Bischof Altmann von Passau seiner Stiftung Göttweig schenkte. Der Ortsname Thallern verweist auf die Lage der Ansiedlung im Tal.

In der Vergangenheit spielte der Braunkohlebergbau in Thallern eine höchst bedeutende Rolle. Nachdem 1758 in der unmittelbaren Umgebung von Thallern Braunkohlevorkommen festgestellt worden waren, kam es durch die k. k. Bergwerksdirektion zur Errichtung des ersten Kohlenbergwerks in Niederösterreich. Als Inhaber von Bodenrechten förderte auch Stift Göttweig Braunkohle. Bedingt durch die verkehrsgünstige Lage Thallerns und seiner Kohlevorkommen an der Donau florierte der Braunkohlehandel und die Ware konnte bequem per Schiff transportiert werden. Der überwiegende Teil der Fördermenge wurde nach Wien geliefert, wo die Kohle insbesondere in den Ziegeleien am Laaerberg und Wienerberg verbraucht wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Bergbau in Thallern unter Privatunternehmern aufgeteilt, den größten Anteil erwarb Alois Miesbach, ein Wiener Ziegelfabrikant, der 1833 in Thallern 128 Arbeiter beschäftigte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde allerdings vermehrt Steinkohle aus Mähren mit der Eisenbahn ins Land gebracht. In der Folge wurde die qualitativ minderwertigere Braunkohle aus Thallern weniger nachgefragt, und es endete die Kohlenförderung in Thallern noch im 19. Jahrhundert. Während des 1. Weltkrieges wurde neuerlich mit dem Abbau von Braunkohle begonnen, nach einem Wassereinbruch kam der Braunkohlebergbau in Thallern allerdings endgültig zum Erliegen.