Wetzlas (Burgruine Dobra)


Gemeinde Pölla

Ortsgeschichte

Wetzlas ist eine kleine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Pölla und liegt ca. 25 Kilometer östlich von Zwettl. Schloss Wetzlas entstand aus einem ehemaligen Meierhof, der von 1720 bis 1725 von Freiherr Johann Philipp von Ehrmann, dem Besitzer der Herrschaft Dobra, zu einem Herrenhaus ausgebaut wurde. Die Übersiedlung von Burg Dobra in das neue Schloss 1725 führte in der Folgezeit zum Verfall der Burg. Das Schloss wurde 1842 vom damaligen Besitzer Franz Andrea aufgestockt und um eine Kapelle erweitert, die 2002 renoviert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und ging danach in den Besitz der Republik Österreich über. 1963 wurden Teile des Schlosses durch Brandstiftung zerstört. Seit 1964 wieder in privaten Händen, wird das Schloss heute als Gästehaus genutzt (www.wetzlas.at).

Südlich von Wetzlas erhebt sich in einer landschaftlich romantischen Lage im Stausee Dobra der frühere Herrschaftssitz, die mächtige Ruine Dobra, die zu den schönsten Burgruinen des Kamptals zählt. Bis heute vermittelt sie ein Bild von der Größe des einst bedeutenden Herrensitzes, der 1186 erstmals urkundlich erwähnt wird. Die hochmittelalterliche Anlage erstreckte sich über eine Fläche von ca. 88 Meter Länge und 20 bis 37 Meter Breite und umfasste den fünfeckigen Bergfried und einen quadratischen Turm in der Nordwestecke, der vermutlich die nördliche Zugangsseite schützen sollte.

Die Herren von Dobra waren bis ins frühe 14. Jahrhundert im Besitz der Burg, danach besaß die Seefelder Linie der Kuenringer die Hälfte der Herrschaft (1341) und 1405 gelangte Dobra an die Herren von Liechtenstein. Unter Tobias von Rohr wurde sie 1448 belagert, ab 1464 gehörte sie Wilhelm von Missingdorf, der in den Ungarnkriegen Parteigänger des ungarischen Königs Matthias Corvinus war, aber vom Kaiser wieder in Gnaden aufgenommen wurde. Im 16. Jahrhundert war die Burg im Besitz des Nikolaus von Rauber (ab 1533) und des Ulrich von Hardegg (1559-1593), im 17. Jahrhundert kam es zu einem raschen Besitzerwechsel.

Seit dem Spätmittelalter wurden Umbauten und schlossartige Erweiterungen vorgenommen. 1645 überstand Dobra eine Belagerung schwedischer Truppen, verfiel aber nach der Verlegung des Herrschaftssitzes nach Wetzlas. Seit 1958 ist die Ruine im Besitz der Windhaag'schen Stipendienstiftung für Niederösterreich. Um ihre Erhaltung bemüht sich der Verein „Pölla aktiv", der sie gepachtet hat. Im Jahr 2000 wurde der restaurierte Bergfried wiedereröffnet, von dem sich ein wunderschöner Ausblick über den Stausee bietet.