Bisamberg


Gemeinde Bisamberg

Das herrschaftliche Schloss und sein Garten

Schweickhardt beschreibt in seiner Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, Viertel unterm Manhartsberg 1833 das Schloss und dessen Gartenanlage:
Das herrschaftliche Schloß, zu welchem man durch den von drei Seiten geschlossenen Wirthschaftshof, dessen Einfahrt ein kleiner Thurm mit Uhr ziert, gelangt, und welches eine Capelle (in welcher oft Messe gelesen wird) enthält, ist ein massives steinernes zwei Stock hohes Gebäude mit Ziegeldach, an dessen vier Ecken kleine Thürmchen empor stehen; den dasselbe von allen Seiten umgebenden, ehemals mit Wasser angefüllten Graben, schmücken jetzt zahlreiche Obstbäume. Der über den Eingange in das Schloß befindlichen lateinischen Aufschrift nebst Jahreszahl zufolge ward dasselbe im Jahre 1586 vom oben erwähnten Johann Baptist Weber erbaut, seine ursprüngliche alterthümliche Form und Umgebungen sind, so wie wir schon bei andern Schlössern erwähnten, auch hier neuen zierlichen Schöpfungen gewichen; nicht minder verdient der hinter dem Schloße gegen den Berg zu sich dahinziehende mit einer Mauer umgebene Garten, welcher 5 Joch im Umfange begreift und ehemals im alt-französischen jetzt im englischen Styl angelegt, mit seinen zahlreichen Baum- und schönen Blumenpflanzungen, Rasen- und angenehmen Ruheplätzen, Laubengängen und dergleichen, vorzüglich wegen zweckmäßiger Benutzung des Raumes und mehrerer geschmackvoller Anlagen, lobende Erwähnung, nicht minder der durch eine Treppe mit demselben zusammenhängende Blumengarten, worin eine aus Muscheln und mannigfachen Versteinerungen gebildete Grotte. An der andern Seite des an diesem letzteren vorüberführenden Fahrweges breitet sich der weitläufige mit großen Glashäusern versehene und viele treffliche Obstsorten enthaltende Küchengarten aus, zu welchem so wie zu jenem Blumengarten, von dem zwischen beiden, wie schon erwähnt, sich dahinziehende Fahrwege, große aus eisernem Gitterwerk bestehende Portale führen.