Ortsgeschichte
In einer Senke nördlich des Oberleiser Berges liegt das Straßendorf Klement, das heute als Katastralgemeinde zur Markgemeinde Ernstbrunn gehört.
Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung des Dorfes überliefert das Klosterneuburger Traditionsbuch im Zeitraum 1168–1186 mit einer Herkunftsbezeichnung de Clemensdorf. Diese Adelsfamilie ist durch Nennungen bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts urkundlich belegt. Ihr Ansitz lag zunächst auf der heute Schlossberg genannten Anhöhe oberhalb des südwestlichen Ortsausganges, heute das Öde Schloss. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wechselten die Besitzer des Ansitzes, der nun landesfürstliches Lehen war, häufig. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gelangte Klement an die Sinzendorfer und wurde damit Teil der Herrschaft Ernstbrunn. Noch 1663 als Zufluchtsort gegen die Osmanen bezeichnet, ist es auf dem Stich Vischers 1672 bereits eine Ruine. Der im Südwesten des Ortes gelegene, heute als Schloss bezeichnete Bau dürfte ursprünglich der Meierhof der Herrschaft gewesen sein Der zweigeschossiger Vierflügelbau zeigt auf der südlichen Hauptfront im Obergeschoss Renaissancefenstergewände. Der Bau dürfte in mehreren Etappen ausgebaut worden sein.
1795/96 verzeichnete der Topographische Landschematismus für das Dorf 46 Häuser. Das Landgericht übte die Herrschaft Leobendorf aus, die Ortsobrigkeit lag bei der Herrschaft Ernstbrunn, der alle Untertanen und Grundholden unterstanden. Die zuständige Pfarre war Oberleis, wo sich auch seit 1690 ein Schulgebäude befand. Schweickhardt beschrieb in seiner Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens den Ort als Dorf und eigene Herrschaft mit 41 Häusern, einem Schloss und einer Ruine. Zu dieser Zeit lebten in Klement 73 Familien mit 143 männlichen, 184 weiblichen Personen und 40 schulfähige Kinder. Der Viehstand belief sich auf 29 Pferde, 57 Kühe, 710 Schafe, 81 Schweine und einige Ziegen. An Handwerkern gab es 1 Wagner, 1 Hufschmied, 1 Fassbinder, 1 Bäcker, 1 Fleischhauer, 2 Schuhmacher und 1 Schneider. Ferner waren eine Krämerbude und eine Tabaktrafik vorhanden. Nach Aufhebung der Grundherrschaft gehörte Klement als Katastralgemeinde zur Gemeinde Oberleis. Sie gehörte zum Bezirksamt Laa und zum Untersuchungsgericht Mistelbach. 1890 wurde die Schule nach Klement verlegt, 1910 im Ort eine Kapelle errichtet, ein schlichter Bau mit vorgestelltem Fassadenturm.
Im Zuge der Gemeindestrukturverbesserung schlossen sich Klement, Au und Oberleis mit Wirkung vom 1. Jänner 1970 der Großgemeinde Ernstbrunn an. Mehr als zehn Jahre dauerte die Restaurierung des barocken Schüttkastens (= Getreidespeicher), der 1999 als Kulturzentrum eröffnet werden konnte. Der dreigeschossige Bau stammt aus dem 17. Jahrhundert.