Seyring


Gemeinde Gerasdorf bei Wien

Ortsgeschichte

Nördlich von Gerasdorf bei Wien, nur wenige Kilometer östlich der Brünner Bundesstraße, liegt das ehemalige Breitangerdorf Seyring. Die ältesten erhaltenen Nennungen fallen zwar erst in das 13. Jahrhundert, der Ort dürfte aber aufgrund der alten Namensform auf –ing bereits im 11. Jahrhundert entstanden sein. Den Ortsnamen erklärt man entweder als Ableitung vom althochdeutschen Personennamen Seuro oder von der eingedeutschten Form des lateinischen Namens Severin. Im Passauer Urbar finden sich für das 13. Jahrhundert die Formen Seuringen und Suringen als Einträge. Die Veste Sayringh gelangte durch Kauf 1442 in den Besitz der Kuenringer. Allerdings dürfte der Ansitz im 15. Jahrhundert bereits verfallen sein. Ab dem Ende des 16. Jahrhunderts war die Herrschaft im Besitz der Familie Trautson. Ihnen folgten die Auersperg, die im späten 17. Jahrhundert das neue Schloss errichten ließen, das 1797 mit der Herrschaft in den Besitz der Freiherren von Beroldingen übergingen. In deren Eigentum blieb es bis 1917. 

1795/96 verzeichnete der Topographische Landschematismus für das herrschaftliche Schloß und Dorf mit dem Ortsnamen Säuring 33 Häuser. Das Landgericht übte die Herrschaft Bisamberg aus, die Ortsobrigkeit lag bei der Herrschaft Seyring, der auch alle Untertanen und Grundholden angehörten. Das Dorf war in Großebersdorf (damals Ebersdorf) eingepfarrt. Schweickhardt beschrieb um 1835 in seiner Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens den Ort Seiring als Dorf mit 40 Häusern, das in Großebersdorf eingepfarrt war, aber eine eigene Schule besaß. Es lebten hier 56 Familien, 150 männliche, 145 weibliche Personen und 42 schulfähige Kinder. Der Viehstand belief sich auf 41 Pferde, 10 Ochsen, 103 Kühe, 1260 Schafe und 60 Schweine. Ferner befanden sich ein der Gemeinde gehörendes Gasthaus und eine Tabaktrafik im Ort. Die Herrschaft betrieb neben der Feldwirtschaft auch eine kleine Schweizerei mit ungefähr 30 Rindern und eine Schäferei auf dem bei Deutsch-Wagram gelegenen Helmahof. Nach Aufhebung der Grundherrschaft wurde das Dorf Seyring als Katastralgemeinde der Gemeinde Wolkersdorf angeschlossen. Sie gehörte zur Pfarre Großebersdorf und unterstand dem Bezirksamt Wolkersdorf und dem Untersuchungsgericht Großenzersdorf. Sie zählte laut Eintragung im Alphabetischen Verzeichnis sämmtlicher Orte des Kronlandes Niederösterreich 381 Einwohner:innen. Als es 1917 zum Verkauf des Schlosses kam, fand sich für den Komplex in seiner Gesamtheit kein Käufer; die Gebäude wurden einzeln veräußert.

Bereits kurz nach dem Anschluss wurde in Seyring der größte Militärflugplatz im Raum Wien mit dem Decknamen Wetterfrosch errichtet. Stationiert wurden Flugeinheiten des Jagdgeschwaders 53 und des Jagdgeschwaders 301. 1944 begann man mit dem Bau befestigter Start- und Landebahnen, die von Zwangsarbeiter:innen errichtet wurden. In den letzten Kriegstagen zerstörte die Deutsche Luftwaffe vor ihrem Abzug die Anlagen.    

Im Zuge der angestrebten Kommunalstrukturverbesserung schloss sich Seyring mit Wirkung vom 1. Jänner 1972 der Gemeinde Gerasdorf an.