Thomasl


Gemeinde Ernstbrunn

Ortsgeschichte

Nur wenige Kilometer östlich von Ernstbrunn an der Bundesstraße 40, die von Ernstbrunn nach Mistelbach führt, liegt in der Senke des Taschlbaches das Zeilendorf Thomasl, eine Katastralgemeinde von Ernstbrunn. Die Gegend war seit dem Neolithikum besiedelt. 

Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung als Domuzelisdorf dürfte in die Zeit um 1140 fallen, 1250 dann als uillam damevzil, 1256 als Domusselsdorf  und um 1380 als Damaissel. Nach Schubert bedeutet der Ortsname „ein Dorf, das nach einem Mann mit dem slawischen Namen Domuzel benannt ist“. Seit etwa 1300 lassen sich Besitzrechte des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz in Urkunden belegen. Aus der Mitte des 15. Jahrhunderts hat sich ein Weistum (= Niederschrift des Gewohnheitsrechtes) des Stiftes für Thomasl erhalten. Heiligenkreuz hatte zu dieser Zeit die Ortsherrschaft inne, die in späterer Zeit in den Besitz der Herrschaft Ernstbrunn gelangte. 1795/96 verzeichnete der Topographische Landschematismus für das Dorf 29 Häuser. Landgericht und Ortsobrigkeit übte die Herrschaft Ernstbrunn aus, der alle Untertanen und Grundholden unterstanden. Schweickhardt beschrieb in seiner Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens den Ort als Dorf mit 30 Häusern, in der 35 Familien lebten, 72 männliche, 66 weibliche Personen und 19 schulfähige Kinder, die in Ernstbrunn die Schule besuchten. Der Viehstand belief sich auf 16 Pferde, 49 Kühe, 57 Schafe, 4 Ziegen und 26 Schweine. Nach Aufhebung der Grundherrschaft gehörte Thomasl als Katastralgemeinde zu Ernstbrunn zählte laut Eintragung im Alphabetischen Verzeichnis sämmtlicher Orte des Kronlandes Niederösterreich 150 Einwohner:innen. 

Eingepfarrt war Thomasl in Ernstbrunn, der Messbesuch erfolgte aber meist im nördlich gelegenen Niederleis. Im Ort selbst stand eine Kapelle, die beim Brand 1870 ein Opfer der Flammen wurde. Die Bevölkerung errichtete daraufhin eine neue Kapelle, die 1874 geweiht wurde.