Biographie
Ernst Plutzar wurde 1905 in Wien geboren, er ist der Vater von Evelin Klein. 1921–25 machte er eine Ausbildung zum Graphiker und Schriftsetzer, als Maler war er Autodidakt. 1926–49 lebte er als freischaffender Künstler. 1936 stellte Plutzar erstmals als Gast des Hagenbundes aus (eine Mitgliedschaft wurde durch die Schließung des Hagenbundes verhindert). 1937 nahm er an der Frühjahrsausstellung der Wiener Secession teil. Nach dem Krieg musste er einem ungeliebten Brotberuf nachgehen, erst ab 1965 konnte er wieder an die Malerei der jungen Jahre anknüpfen. Daneben entstanden theoretische Schriften zu Farbenlehre und Ästhetik, Theaterstücke, Gedichte, Traktate und ein Roman. Plutzar lebte vor allem in Wien, Niederösterreich (Atelier in Kierling seit 1982), Salzburg und im Burgenland. 1937–52 war er Mitglied der Berufsvereinigung bildender Künstler Österreichs. — Plutzar bediente sich vornehmlich eines farbigen Divisionismus, dessen durchgehendes Struktursystem den Farbauftrag zusätzlich überhöht, ohne illusionistische Effekte hervorzurufen, indem Pinselstrich an Pinselstrich gesetzt wird. Neben dem Impressionismus setzte er sich mit der neuen Sachlichkeit auseinander, was sich nicht zuletzt in der ausgeprägten Statik seiner Figuren widerspiegelt. Der bevorzugte Themenkreis des städtischen Ambientes, in dem stets ein kritischer Zug gegenüber zivilisatorischen Erscheinungen mitschwang, wurde in den 40er Jahren verstärkt um religiöse Motive erweitert. In seinen gegenständlichen Darstellungen beweist er eine Vorliebe für symbolische Szenerien.
Quelle: Pappernigg, Michaela (Bearb.): Kunst des 20. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 20. Jahrhunderts, Bd. 3: L–R, hrsg. v. d. Österreichischen Galerie Belvedere, Wien 1997, S. 202