Mödling - Brunnen bei der Bezirkshauptmannschaft
(1991 bis 1993)


Richard Künz (*1945)

Richard Künz:
"Die Aufgabenstellung lautete: gesamte Vorplatzgestaltung mit Brunnen, Zusammenspiel von Außen- und Innenraum (Vorplatz/Eingangshalle).
Zwei Tangenten an den kreisförmigen Vorplatz schneiden einander in der Halle und ergeben so einen neuen Mittelpunkt für eine kreisbogenförmige Bänderung im Fußboden. Dieses neue Zentrum ist aus der architektonischen Mitte gerückt und steht in einem Spannungsverhältnis zum oktogonalen Grundriss.
Der Brunnen ist in zwei Stationen aufgebaut. In einer grünen Insel, unter einer Baumkrone entdeckt man den Bronzeguss eines etwas verfremdeten, alten Handbrunnens. Er steht als Symbol für den bewussten und sparsamen Umgang mit dem Lebenselement Wasser und hat Denkmalcharakter. Eine Rohrskulptur kann als plastische Collage aus Leitungs- und Installationselementen verstanden werden. Aus einem zentralen Rohr schießt Wasser unkontrolliert ins Freie, die undichte Flanschverbindung des Brunnenbeckens kann die Wassermengen nicht halten - ein System wird der ihm abverlangten Funktion nicht gerecht. Diese zweite Station soll den verschwenderischen Umgang mit einer der wichtigsten Ressourcen dieser Erde veranschaulichen.
Eine Bezirkshauptmannschaft ist ein Ort öffentlicher Verwaltung, ein Ort auch mit politischem Flair. Es erschien nicht angemessen, ein idyllisches Plätzchen mit lieblich plätscherndem Wasser zu schaffen, gerade hier musste anderes versucht werden."
(Quelle: Veröffentlichte Kunst - Kunst im öffentlichen Raum 2, Katalog des NÖ Landesmuseums, Neue Folge Nr. 331, 1993)