Allentsteig


Gemeinde Allentsteig

Ortsgeschichte

Das Gebiet um Allentsteig gehörte zum Stammbesitz der Kuenringer, dessen Besiedlung um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert erfolgte. Die Burg entstand bald nach 1100, die Siedlung Tigia wird erstmals wahrscheinlich 1132 anlässlich der Erhebung zur Pfarre St Ulrich genannt. Der gleichzeitig erwähnte Adalold, dem Patronatsrechte übergeben werden, ist vermutlich der Begründer des Geschlechts der Kaja-Kamegg(-Allentsteig).

Burg und Kirche bildeten die nördliche Begrenzung der Anfang des 13. Jahrhunderts planmäßig angelegten Burgstadt, deren Umfassungsmauern mit der Burg-Kirchen-Anlage verbunden war. Unterhalb der Burg lag das "Untere Schloss", der spätere herrschaftliche Meierhof. Allentsteig, um 1380 erstmals Stadt genannt, war eine typische Ackerbürgerstadt, die sich um 1800 zu einem bedeutenden Handelsplatz mit Beziehungen in weite Teile der Monarchie entwickelte. 1851 wurde sie Sitz des Bezirksgerichts.

Die Burg war bis in das 14. Jahrhundert im Besitz der Herren von Kaja-Kamegg, danach wechselten die Besitzer häufig. Ende des 15. Jahrhunderts kam sie an die Ritterfamilie Hager (1499) und wurde in den folgenden Jahrzehnten zu einem Zentrum der Reformation. Sigmund Hager, 1502 bis 1517 Landmarschall, reiste persönlich zu Martin Luther nach Wittenberg. Auch die 1599 im Besitz nachfolgenden Herren von Sonderndorf nahmen unter den protestantischen Ständen eine führende Position ein. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss von kaiserlichen Truppen besetzt und die Stadt mehrmals geplündert und abgebrannt.

Nach einer sehr wechselvollen Besitzgeschichte in den folgenden Jahrhunderten übernahm 1939 das Deutsche Reich die Güter zur Errichtung eines Truppenübungsplatzes. Nach 1945 von russischen Truppen besetzt, wurde das Schloss 1957 Sitz des Truppenübungsplatz-Kommandos und wird heute von der Bundesbaudirektion Wien verwaltet.