Rückersdorf


Gemeinde Harmannsdorf

Ortsgeschichte

Nördlich von Korneuburg westlich des Kreuttales liegt das Dorf Rückersdorf, das schon längst mit dem südlich gelegenen Harmannsdorf zusammengewachsen ist. Früher führte die Laaer Straße (B6) durch die beiden Orte. Erst 2024 wurde nach vier Jahren Bauzeit die Umfahrung fertig gestellt. 

Die älteste überlieferte Erwähnung des Ortes erfolgte in den Traditionsbüchern des Stiftes Klosterneuburg: 1113 schenkte Markgraf Leopold III. das Gut Rökerisdorf mit allem Zugehör dem Stift. Den Ortsnamen leitet Schuster vom althochdeutschen Personennamen Ruotkêr ab – also ein Dorf, das nach einem Mann mit dem Namen Ruotkêr benannt ist. Ein ritterlicher Ansitz, der zumindest vom 12. bis zum 14. Jahrhundert bestand, wurde vom Stift als Lehen vergeben. Die Rückersdorfer finden immer wieder in den Traditionen des Stiftes Erwähnung. Nach 1321 wurde der Ansitz aufgehoben. Laut Raitbuch besaß das Stift Klosterneuburg 1590 mit 50 Besitzrechten die Ortsobrigkeit. Nach Aufhebung der Grundherrschaft gehörte Rückersdorf zur Ortsgemeinde Harmannsdorf und bildete mit ihr gleichzeitig eine Katastralgemeinde. Wie Harmannsdorf unterstand sie dem  Bezirksamt und Untersuchungsgericht Korneuburg und zählte laut Eintragung im Alphabetischen Verzeichnis sämmtlicher Orte des Kronlandes Niederösterreich gemeinsam mit Harmannsdorf 973 Einwohner:innen. Ein Großbrand wütete 1863 im Dorf; ihm fielen 35 Häuser mit den Wirtschaftsgebäuden zum Opfer.

Im Zuge der Gemeindereform schloss sich mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1972 Rückersdorf der Großgemeinde Harmannsdorf an. Zum Jahrtausendwechsel wurde über den Donaugraben die sog. Generationenbrücke errichtet. Auf 76 Tafeln befinden sich die Namen der 1244 Einwohner:innen, die zum Stichtag 1. Jänner 2001 in Harmannsdorf-Rückersdorf wohnhaft waren.