Hainfeld


Gemeinde Hainfeld

Ortsgeschichte

Die Stadt Hainfeld bildet den wirtschaftlichen Mittelpunkt des Gölsentales und liegt an einem seit römischer Zeit genutzten Verkehrsweg entlang der Gölsen. Diese historisch bedeutende Route überschneidet sich mit dem ältesten Pilgerweg Österreichs, der „Via Sacra", die von Wien nach Mariazell führt.

Hainfeld wird zwischen 1105 und 1122 als Haganvelt erstmals genannt, der Ortsname verweist auf einen von dornigem Gestrüpp bewachsenen Siedlungsbereich. Im 12. Jahrhundert gründete der steirische Markgraf Ottokar II. die Pfarrkirche von Hainfeld, 1161 wurde diese an das Benediktinerkloster Göttweig gegeben, bald darauf wurde Hainfeld Pfarre. Bereits um 1180 verfügte Hainfeld über Marktfunktionen, sodass eine wesentliche Voraussetzung für die günstige Entwicklung des Ortes gegeben war. Nach der Gründung des Zisterzienserstiftes Lilienfeld im Jahr 1202 gelangte Hainfeld in den Besitz des Klosters. Auf Betreiben Abt Stephans I. von Lilienfeld erfolgte 1369/70 die Erhebung Hainfelds zum Bannmarkt, dem Markt oblag demnach die Gerichtsbarkeit und Polizeigewalt. Seit dem Frieden von Ofen 1254 gehört der ehemals steiermärkische Ort Hainfeld zu Niederösterreich.

Im 15. Jahrhundert etablierte sich Hainfeld als Zentrum der Eisenverarbeitung, mehrere Hammerwerke entstanden im Ort sowie in der Umgebung. Insbesondere die Sensenerzeugung florierte, im 18. Jahrhundert wurde bis in die Türkei und Russland exportiert. Der Schweizer Stahlfabrikant Johann Conrad Fischer errichtete 1827 die ersten Industrieanlagen, eine Feilenfabrik und die Gussstahlhütte Auwerk. Für den Wirtschaftsstandort Hainfeld spielt auch heute noch die Metallindustrie eine große Rolle, im Stadtgebiet haben ihren Standort eine Spezialfirma für Edelstahlblechbearbeitung und die bedeutendste Schraubenproduktionsfirma Österreichs.

1250 wurde Hainfeld unter Bela IV. von Magyaren verwüstet, Not und Zerstörung waren die Folge eines verheerenden Überraschungsangriffs osmanischer Reiterscharen 1683, 1945 kam es nach Luftangriffen zu schweren Kampfhandlungen zwischen SS und Sowjetarmee; zahlreiche zivile Todesopfer waren zu beklagen, an Häusern und der Pfarrkirche entstanden massive Schäden, alle Brücken sowie die Gleisanlagen des Bahnhofes wurden gesprengt.