Maria Taferl


Gemeinde Maria Taferl

Ortsgeschichte

Auf dem Taferlberg über Marbach liegt die Marktgemeinde Maria Taferl mit der alles überragenden Wallfahrtfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes, seit dem 17. Jahrhundert einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte in Niederösterreich.
Der Name kommt wohl von einer hölzernen Tafel mit einem hölzernen Kreuz und den Bildern von Maria und Johannes, die an einer Eiche auf dem Gipfel des Berges angebracht war. Er könnte sich aber auch vom "Taferlstein" herleiten, einer Steinplatte aus Granit, die möglicherweise ein vorchristlicher Opfertisch war und vor der Eiche stand. Später wurde der Stein vor der Kirche aufgestellt, heute steht er seitlich der Kirche. Im Dreißigjährigen Krieg befand sich bei der Tafel eine Waldandacht, deren Anfänge nicht feststellbar sind. Am Ostermontag besuchten die Bewohner aus Kleinpöchlarn den Ortl in einer Prozession, die von der Heimatdichterin Enrica von Handel-Mazzetti in ihrem Roman "Jesse und Maria" geschildert wird.
Zum Wallfahrtsort wurde Maria Taferl erst im 17. Jahrhundert zur Zeit der Gegenreformation. Nach der Legende verletzte sich 1633 der Hirte Thomas Pachmann aus Krummnußbaum beim Abholzen der dürren Eichenäste und wurde durch den Anblick des daran angebrachten Kreuzes geheilt. Der Richter von Krummnußbach, Alexander Schinagl, ließ eine kleine Statue der Schmerzhaften Muttergottes am Baum anbringen, das Urbild der Gnadenstatue.

Wunderheilungen und Erscheinungen bei der wieder ergrünenden Eiche erregten großes Aufsehen und wurden zum Anlass der Wallfahrt. Nachdem die Untersuchung durch die 1659 eingesetzte kirchliche Kommission die Zuverlässigkeit der Zeugen festgestellt hatte, wurde 1660 der Grundstein für die neue Wallfahrtskirche gelegt. Unter den Baumeistern Georg Gerstenbrand und nach ihm Carlo Lurago und Jakob Prandtauer entstand in über 50 Jahren Bauzeit die Basilika. Sie wurde 1710 vollendet und nach Fertigstellung des Großteils der Innenausstattung am 29. Juni 1724 geweiht. Der monumentale Hochaltar von Josef Matthias Götz wurde 1738 errichtet. Sein Zentrum bildet das Gnadenbild, eine strahlenumkränzte Pietà. Die Gewölbefresken schuf Antonio Beduzzi, die Seitenaltäre malte Martin Johann Schmidt.
1928 wurde Maria Taferl zum Markt erhoben und seit 1947 ist die Wallfahrtskirche "Basilica minor". Von den zahlreichen Wundern in Maria Taferl erzählt das "Mirakelbuch", das gleichzeitig mit dem Beginn des Baus entstand und gedruckt wurde (1660 bzw. 1672) und dem im 18. Jahrhundert ein weiteres folgte, das "Österreichische Mhyrrenbuch" (ab 1723).