Krems an der Donau


Gemeinde Krems an der Donau

Widerstand gegen die Rekatholisierung

Anfang des Jahres 1589 wurden in Krems gegenreformatorische Maßnahmen durchgeführt werden. Der bischöfliche Offizial Melchior Klesl kam am 8. Februar mit einer Kommission in die Stadt und forderte auf Anordnung Erzherzog Ernsts die Bewohner auf, zum katholischen Bekenntnis zurückzukehren. Bei einer Bürgerversammlung vor dem Rathaus am 18. Februar erklärten sich die etwa 600 erschienenen Personen für die Beibehaltung der Augsburger Konfession und forderten den Bürgermeister und den Stadtrat auf, sie darin zu unterstützen. Melchior Klesl ließ daraufhin die Stadt durch berittene Landsknechte besetzen.
Der Widerstand der Stadt hatte schwerwiegende Folgen. Nach vierjährigem Prozess erging am 1. August 1593 das Urteil. Die Stadt verlor alle Privilegien und hatte ein Strafgeld zu zahlen. Die Anführer, drei Bürger aus Krems und einer aus Stein, wurden zu lebenslanger Haft im Wiener Stadtgraben verurteilt. Sie verloren das Bürgerrecht für sich und ihre Kinder und den halben Teil ihres Vermögens. In der Folgezeit emigrierten zahlreiche evangelische Familien ins Ausland. Erst fast 25 Jahre später, 1613, wurden alle Rechte und Privilegien der Stadt wieder in Kraft gesetzt. 1615 erfolgte die formelle Aussöhnung mit dem Landesfürsten.
(Quelle: Landeschronik Niederösterreich, 2. Aufl. 1994, S. 182)